Börsengang von Mobileye: Ich sehe was, was du nicht siehst

Am 01.08.2014 hatte Mobileye seinen Börsenstart. Ausgegeben wurden 35,6 Mio. Aktien zu einem Preis von 25$. Zu diesen Konditionen konnten jedoch nur Anleger einsteigen, die vorher gezeichnet hatten. Alle anderen war erst ab einem Aktienkurs von 36$ (Erstnotiz) die Beteiligung mittels Aktien am Unternehmen möglich. Wie die Differenz zwischen Emissionspreis und Erstnotiz zeigt, war das Interesse am Unternehmen Mobileye sehr groß. Für alle Anleger die noch einsteigen wollen, gilt nun eher die Devise „Let Mobileye cool off before buying“.

Aber warum sollte man überhaupt in Mobileye investieren? Dazu muss man erstmal wissen, was Mobileye als Unternehmen ausmacht. Mobileye entwickelt und vermarktet optische Systeme, mit denen die Sicherheit von Fahrern und Insassen im Auto verbessert werden kann. Letztendlich steckt dahinter nur eine Kamera und eine entsprechende Software, welche in den Kamerabildern die Fahrbahnmarkierung und die zulässige Höchstgeschwindigkeit sowie vorausfahrende Fahrzeuge und Fußgänger erkennen kann. Somit kann der Fahrer vor dem Verlassen des Fahrstreifens, der Überschreitung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit sowie vor anderen Verkehrsteilnehmern gewarnt werden. Wie das genau funktioniert, erklärt nachfolgendes Unternehmensvideo:

Videoquelle: youtube.com/Mobileye

Der Vorteil von Mobileye gegenüber anderen Systemen ist, dass die Erkennung von Fahrzeugen, Fußgängern oder anderen Hindernissen ausschließlich über eine Kamera erfolgt und keine weiteren Kameras oder Radarsensoren benötigt werden. Da dies eine kostengünstige Lösung darstellt, wird das System von Mobileye bereits von fast allen großen Fahrzeugherstellern (BMW, Opel, Volvo, Audi, Ford, Fiat, General Motors, Nissan, Mitsubishi, Honda, Renault, Peugeot, Citroen, Tesla,…) eingesetzt. Fehlt eigentlich nur noch Volkswagen und Mercedes. Laut dem Börsenprospekt sind schätzungsweise bereits 3,3 Mio. Fahrzeuge weltweit mit dem Mobileye System ausgestattet. Für alle die bereits eine Auto haben, bietet Mobileye zudem eine Nachrüstlösung für unter 1000€ an. Die finanzielle Situation stellt sich demzufolge wie folgt dar (Quelle: Börsenprospekt):

We have experienced significant growth in revenues in the last three years. For the years ended December 31, 2013, 2012 and 2011, our total revenues were $81.2 million, $40.3 million and $19.2 million, respectively, representing year-over-year growth in total revenues of 102% and 110% for our two most recent fiscal years. Over the same periods, we improved from net losses of $13.4 million in 2011 and $53,000 in 2012, to net income of $19.9 million in 2013. Our total revenues in the three months ended March 31, 2014 and 2013 were $35.6 million and $11.7 million, respectively, and our net loss was $19.6 million and $2.6 million, respectively. 

Die Umsatzwachstumsraten sind schon beeindruckend – auch wenn man niedrig gestartet ist. Zudem hat das Unternehmen bereits gezeigt, dass es wie im Jahr 2013 in der Lage ist, einen Gewinn zu erwirtschaften (19,9 Mio. $). Im Jahr 2014 wird es wohl eher schwer werden ein ähnlich gutes Resultat zu erzielen, da sich der Verlust im 1. Quartal bereits auf 19,6 Mio. $ belief. Der hohe Verlust im 1. Quartal 2014 hängt mit den hohen Kosten in der Kategorie „General and Administrative“ von 30,9 Mio. $ zusammen – im Vorjahr belief sich die Summe auf nur 10,3 Mio. $. Die starke Zunahme hängt wohl primär mit dem Börsengang und der Änderung der Unternehmensform zusammen.

Mit dem erfolgreichen Gang an die Börse, hat Mobileye jede Menge Geld eingenommen. Nach dem Börsenprospekt ist dieses für folgende Dinge vorgesehen:

We intend to use $30 million of the net proceeds to us of this offering to purchase EyeQ ® chips and Mobileye 5-Series aftermarket inventory and the balance for general corporate purposes, which may include working capital and capital expenditures. We may also use a portion of the net proceeds to acquire assets, technologies or companies complementary to our business strategy and to capitalize on business opportunities. At this time, we have not identified any such specific assets, technologies or companies.

Naja, eine klare Strategie sieht anders aus. Ich hätte hier lieber gelesen, dass das Unternehmen das Geld verstärkt in Forschung und Entwicklung steckt, um den geplanten Einstieg ins autonome Fahren zu vollziehen. Laut Börsenprospekt soll jedoch bereits ab 2016  bei zwei Fahrzeugherstellern eine Lösung für das teilautonome Fahren auf Autobahnen unter anderen auch bei Stau integriert werden. Ein solches System ist im übrigen in der S-Klasse von Mercedes bereits am Markt verfügbar. Alle Infos zum autonomen Fahren findet man im übrigen auf der Internetseite autonomes-fahren.de.

In den Medien liest man in Verbindung mit Mobileye generell sehr viel über den neuen automobilen Trend autonomes Fahren. Möglicherweise ist auch Tesla einer der beiden Fahrzeughersteller, die mit Mobileye am autonomen Fahrzeug basteln (Siliconbeat).

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