Crowdinvesting: Hohe Rendite bei hohen Risiko?

Ich habe gerade mal bei meiner Hausbank geschaut, mit wie viel Prozent derzeit eigentlich mein Tagegeld verzinst wird. Es sind magere 0,6%. Nach dem Statistikportal „Statista“ betrug im Februar 2014 die Inflationsrate in der Euro-Zone 0,7%. Dank der niedrigen Inflationsrate verliert mein Tagegeld also nur geringfügig an „Kaufkraft“. Etwas mehr Rendite als aufs Tagegeld ist mit Exchange Traded Funds (ETFs) möglich. Bei ETFs ist neben Gewinnen natürlich auch ein Verlust möglich. Ein Totalverlust ist jedoch relativ unwahrscheinlich. Das sieht bei Investition in Einzelaktien schon anders aus. Dem Risiko eines Verlustes steht bei Aktien eine potentiel positive Rendite gegenüber. Dabei gilt, je früher man investiert bzw. beteiligt ist umso höher das Risiko und gleichzeitig aber auch umso höher die mögliche Rendite.

In den seltensten Fällen hat ein Kleinanleger die Möglichkeit, gleich bei Unternehmensgründung zu investieren. Unternehmen die sich für die Unternehmensform „Aktiengesellschaft“ entscheiden, sind in der Regel schon längere Zeit am Markt und die größten Umsatzzuwächse liegen bereits in der Vergangenheit. Etwas anders sieht dies jedoch bei Biotechnologie- und bei machen Hightechunternehmen aus. Die in diesen Jahr neu an die Börse gegangenen Biotechunternehmen wiesen in der Regel noch gar kein Umsatz auf. Relativ selten sind jedoch Börsengänge von kleinen Unternehmen (wenige Mitarbeiter) die gerade erst vor ein paar Jahren gegründet wurden und sich somit in einer sehr frühen Unternehmensphase befinden. Ausnahmen wie das Unternehmen Energous bestätigen jedoch die Regel. Wie groß das Interesse an den Unternehmen beim Börsengang war, zeigt die Differenz zwischen Ausgabepreis (6$) und ersten Schlusskurs (10,58$). In den folgenden Tagen kletterte der Kurs auf über 16$. Mittlerweile liegt der Kurs jedoch wieder im Bereich des ersten Tagesschlusskurses.

Frühzeitig sich auch mit kleinen Beträgen (ab 250€) an Startups zu beteiligen ist heute jedoch ganz einfach über Crowdinvesting Plattformen möglich. Eine in Deutschland relativ bekannte Plattform ist Seedmatch. Für das Startup bringt dieser Weg der Finanzierung viele Vorteile mit sich (Beispiele):

  • Verzicht von Großinvestoren bedeutet mehr Unternehmensfreiheit
  • Kein mit einem Börsengang vergleichbarer Aufwand
  • Erhöhung des Bekanntheitsgrades

Derzeit kann über Seedmatch in vier Startups investiert werden (Investmentform: Partiarisches Nachrangdarlehen). Alle vier Unternehmen haben die Fundingschwelle (Untergrenze) bereits erreicht, sind aber bis auf GeileWeine noch relativ weit entfernt vom Fundinglimit (Obergrenze). Wie riskant ein Beteiligung ist, sagt folgender Hinweis auf Seedmatch:

Wenn Sie in ein Startup investieren, ist es wesentlich wahrscheinlicher, dass Sie Ihr investiertes Kapital verlieren, als dass Sie eine Rendite auf das eingesetzte Kapital erzielen.

Wie schnell ein Investment auch wirklich schief gehen kann, zeigen bereits drei gescheiterte über Seedmatch finanzierte Startups (Blue Patent, Bet and Sleep, Foodie Square). Von daher ist es elementar – wie bei allen Investitionen – nicht alles auf eine Karte zu setzen. Das hohe Risiko wird jedoch auch durch ein attraktive Renditechance aufgewogen. Welche Formen der Rendite es gibt, ist in dem Blogeintrag „Exitbeteiligung: Wie sie als Crowdinvestor langfristig am Erfolg eines Startups partizipieren“ genau beschrieben. Im übrigen ist die Beteiligung an einen Unternehmen via Seedmatch keine kurzfristige Anlagemöglichkeit.

Abschließend will ich noch die wichtige Frage beantworten, was passiert, falls Seedmatch einmal nicht mehr existieren sollte? Dazu ist in den FAQ folgendes zu lesen:

Die Investmentverträge zwischen den Mikroinvestoren und dem Startup werden über die Plattform abgeschlossen und verwaltet, sind aber auch unabhängig von der Plattform rechtsgültig.

Viel Spaß beim investieren…

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